Hypnose

 

Wer nach außen schaut, träumt
Wer nach innen schaut, erwacht.
Carl Gustav Jung

Was ist Hypnose?

Als Hypnose wird das Verfahren zum Erreichen einer hypnotischen Trance bezeichnet  (Trance ist gekennzeichnet durch vorübergehend geänderte Aufmerksamkeit und meist tiefe Entspannung). Man spricht auch von hypnotischer Induktion und Hypnose im engeren Sinne. In diesem Zustand sind sowohl die Ansprechbarkeit des Unbewussten, als auch die Konzentration auf eine bestimmte Sache stark erhöht, die Kritikfähigkeit des Bewusstseins in gleichem Maße reduziert. Dadurch können bestimmte Phänomene verstärkt oder überhaupt erst wahrgenommen werden, wie beispielsweise Änderungen des Bewusstseins und des Gedächtnisses, Kontrolle des vegetativen Nervensystems, vermehrte Empfänglichkeit für Suggestionen sowie für normales Bewusstsein ungewöhnliche Reaktionen und Vorstellungen.
Der Zustand der Hypnose ähnelt natürlichen, spontan auftretenden Zuständen, die man vor allem beim Einschlafen und Aufwachen sowie bei Tagträumen, konzentriertem Lesen eines Buches oder Schauen eines Films erleben kann: Die Wahrnehmung ist eingeengt und die Konzentration des Bewusstseins auf eine bestimmte Sache gerichtet (das Buch, der Film oder aber die Worte des Hypnotiseurs).
Etwas „wie in Trance“ zu tun, ist also ein  ganz alltäglicher Zustand. Jeder Mensch ist mehrfach am Tag in ”Hypnose”, zum Beispiel beim Erwachen oder Einschlafen, also in dem Zustand zwischen Wachbewusstsein und Schlaf, beim  Sport, beim Lesen eines spannenden Buches oder bei einer konzentrierten Arbeit. Tagträumen ist letztlich auch eine Form von Hypnose. Sich ganz auf seine Phantasie zu konzentrieren, ist Hypnose. Das Erleben eines Flow-Effekts ist eine Form von Hypnose. Im Autogenen Training wird Suggestion eingesetzt – eine Form von Hypnose.
Der Bewusstseinszustand unter Hypnose ist jedoch ein besonderer Wachzustand des Unbewussten, während das Bewusstsein ruht – und ist weder mit dem des Schlafes, noch mit dem des normalen Wachseins gleichzusetzen.

Geschichte der Hypnose

Aus Wikipedia, die OpenSource-Enzyklopädie

Hypnose wurde wahrscheinlich schon in der Frühzeit des Menschen verwendet. Auch wenn es keine wissenschaftlichen Belege dafür gibt, lassen sich Berichte über kultische Handlungen oder Dinge aus dem Schamanismus durchaus mit Hypnose in Form der Selbst- oder Fremdsuggestion erklären. Es ist zu vermuten, dass Hypnose eher zufällig entdeckt wurde und ihren Ursprung in meditativen und kultischen Handlungen religiösen Hintergrundes haben dürfte. Spekulativ kann man von der Annahme ausgehen, dass sich die Hypnose aus massenpsychologischen Manipulationen bei religiösen oder kultischen Riten sowie aus den selbstmeditativen Erfahrungen von Priestern, Heilern und Schamanen entwickelt hat.

„Wissenschaftlich“ jedoch wurde die Hypnose um 1770 von Franz Anton Mesmer wiederentdeckt. Er experimentierte mit Magneten, die er Patienten auflegte. Er nannte den Effekt ‚Magnetismus animalis‘, schrieb jedoch die Heilkräfte den Magneten zu. Aufgrund von Mesmers Popularität nannte man den Vorgang des Hypnotisierens lange Zeit auch „Mesmerisieren“; ein Ausdruck, der im zeitgenössischen Englisch noch existiert (to mesmerize = hypnotisieren). Alfred Russel Wallace meinte mit Hilfe des Mesmerisierens die Gallsche Schädelkarte nachweisen zu können.[3] Friedrich Engels kritisierte in einem zu Lebzeiten unveröffentlichten Text den Mesmerismus und Wallace Theorien als Irrglauben und Selbsttäuschung. Nach eigener Darstellung habe Engels einen 12-jährigen Jungen ohne Magnete durch „gelindes Anstieren oder Bestreichen“ in einen hypnotischen Zustand versetzt, um dann den Jungen die Wirkung selbsterfundener Gallscher Schädelbereiche nacherleben zu lassen. Er kam zum Schluss, dass sich immer erst Effekte einstellten, wenn dem „Patienten zu verstehen gegeben wurde, was von ihm erwartet wurde.“[3] Der Glaube des Hypnotiseurs an die Schädelkarte ließ unbewusst die gewünschten Effekte beim Hypnotisierten eintreten, wie auch den Magneten Wirkkräfte zugeschrieben wurden, welche durch andere Ursachen entstanden.

Im 19. Jahrhundert war Frankreich mit den Schulen in Nancy (Ambroise-Auguste Liébeault, Hippolyte Bernheim) und Paris (Jean-Martin Charcot) führend in der Erforschung der Hypnose. Sigmund Freud wurde 1885 bei Jean-Martin Charcot in Paris auf die Experimente von Mesmer aufmerksam und versuchte selbst diese Methode, um Patienten zu behandeln. Dies wurde zum Ausgangspunkt seiner Studien über Hysterie. Später ließ er diese Methode jedoch wieder fallen und widmete sich seiner Technik der freien Assoziation. Schriften zeigen jedoch, dass Freud auch später noch mit Hypnose gearbeitet hat.

Wesentlich weiterentwickelt wurde die Hypnose im 20. Jahrhundert im deutschen Sprachgebiet zunächst durch Oskar Vogt (1870-1959), dann durch dessen Schüler Johannes Heinrich Schultz (1884-1970), der daraus das autogene Training entwickelte, und später durch Klaus Thomas. Im amerikanischen Sprachgebiet wurde die Hypnose wesentlich weiterentwickelt durch Milton H. Erickson (indirekte Hypnose), Kroger und Dave Elman (autoritäre Hypnose). In England gilt John Hartland als einer der bekanntesten Hypnotiseure. Sein Buch Dictionary of Medical and Dental Hypnosis zählt auch heute noch zum offiziellen Ausbildungslehrwerk für britische Hypnoseärzte.

Milton H. Erickson begründete eine neue Form der Hypnotherapie, die heute als die modernste Form der Hypnose gilt und aus der sich weitere psychologische Methoden wie z. B. das NLP (Neurolinguistisches Programmieren) entwickelten.

 

Was ist Hypnose? Fragen und Antworten zu Hypnose und Hypnotherapie

Hat Hypnose mit Esoterik zu tun?
Nein. Hypnose ist in England und Amerika bereits seit 1957 resp. 1958 ein medizinisch anerkanntes Verfahren, in Deutschland seit 2006. Hypnose ist auch von den meisten europäischen Ärztegesellschaften offiziell anerkannt und erforscht. Ihre Wirksamkeit ist wissenschaftlich gut belegt. Bereits wenige Sitzungen können deutliche Veränderung bewirken.

Wie merke ich, ob ich in Hypnose bin oder war?
Besonders eine leichte Trance ist kaum vom normalen Wachbewusstsein unterscheidbar. Körper und Geist scheinen nur sehr entspannt und man bekommt auch alles wie gewohnt mit. Hieraus kann der Glaube vieler Patienten nach der ersten Hypnosesitzung entspringen, nicht hypnotisiert gewesen zu sein. Hypnose hat zunächst einmal einen psychologischen Effekt. Diesen Effekt können Sie erst mit ein paar Tagen oder Wochen Verzögerung überprüfen. Dass der psychologische Effekt eingetroffen ist, merken Sie daran, dass die von Ihnen gewünschten Veränderungen in Sachen Emotionen, Denken und Verhalten eingetroffen sind.
Zu den Effekten, die Sie sofort überprüfen können, gehören all die zum Teil spektakulären Phänomene, die direkt ins Nervensystem des Probanden eingreifen.

In der Hypnose können unterschiedliche Trancephänomene auftreten, wie z.B:

  • Zeitverzerrung (verlangsamte oder beschleunigte Zeitwahrnehmung)
  • erhöhte Suggestibilität und Lernfähigkeit
  • Aufhebung gedanklicher Beschränkungen
  • vernetztes Denken (gleichzeitige Verarbeitung von Inhalten auf mehreren Ebenen)
  • positive und negative Halluzination (nicht Vorhandenes wahrnehmen oder Vorhandenes nicht wahrnehmen)
  • Amnesie und Hypermnesie (fehlendes und erhöhtes Erinnerungsvermögen)
  • Altersregression und -progression (Wiedererleben eines früheren Lebensalters bzw. Imagination eines zukünftigen Zustands)
  • veränderte Körperwahrnehmung in Form von Analgesie, Anästhesie (Schmerzfreiheit, Gefühllosigkeit)
  • ideomotorische Bewegungen (unwillkürliches Zucken, Armlevitation)
  • Katalepsie (Körperstarre) bzw. Hyper- oder Hypotonie (erhöhte oder verringerte Muskelspannung)
  • Dissoziation (Abkoppelung) und Assoziation (Neuverknüpfen, Ankern) von Sinneswahrnehmungen, Emotionen, Wissens- und Vorstellungsinhalten, Erinnerungen sowie einzelnen körperlichen und seelischen Funktionen.
  • Atem (Entspannungstrance: langsamer, flacher)
  • Muskelspannung (geringer oder höher)
  • Herzschlag (meist langsamer) und Blutdruck (meist niedriger)
  • Bewegungen (seltener, geringer, zeitverzögert, leicht ruckartig).
  • Zwei für die Hypnotherapie wichtige Phänomene sind die Dissoziation und die Assoziation. In der Dissoziation können persönliche Eigenschaften, Erlebnisse und damit verbundene Gefühle vom eigenen Erleben getrennt (dissoziiert) und leichter von außen betrachtet werden. Assoziiert ist ein Mensch beim intensiven Erleben oder in der vollen Konzentration.

Kann man in Hypnose hängen bleiben?
Nein. Da kann ich Sie beruhigen. Es gibt genau zwei Richtungen, die eine Trance nehmen kann: Entweder sie geht zurück in den Wachzustand oder aber in den Schlaf. Wer einschläft, wird nach spätestens acht Stunden (meistens wesentlich früher) ganz normal wieder aufwachen.

Kann der Hypnotiseur Probleme verschwinden lassen?
Ein weiteres Vorurteil ist die Idee, dass Hypnose ein Wunderheilmittel sei. Manche Menschen glauben, sie könnten dem Therapeuten ihr Problem schildern, dieser hypnotisiere sie einmal und danach seien alle Probleme gelöst. Der Therapeut ist „nur“ ein Begleiter auf dem Weg zu den Selbstheilungskräften des Klienten. Motivation und Mitarbeit des Klienten sind unverzichtbare Voraussetzungen für eine erfolgreiche Hypnosetherapie. Auch entbindet die Therapie den Klienten nicht davon, eigene Lebensentscheidungen zu treffen und dafür die Konsequenzen zu tragen.

Hat der Hypnotiseur die totale Kontrolle über den Hypnotisanden?
Manche Menschen haben Angst, in der Hypnose die Kontrolle über sich zu verlieren und Dinge zu tun oder zu sagen, die sie nicht wollen. Vergessen Sie Alles, was sie jemals in Filmen oder auf einer Bühne über Hypnose gesehen haben. Das hat mit therapeutischer Hypnose nichts zu tun. Oft reagieren Klienten, die das erste Mal in Hypnose waren, ziemlich erstaunt: „War ich wirklich in Hypnose? Ich habe ja alles mitbekommen.“ In der therapeutischen Hypnose macht ein Mensch nichts, was er bei vollem Tages-Bewusstsein nicht auch täte.

Kann ich gegen meinen Willen hypnotisiert werden?
Sicher nicht. Hypnose bedeutet auch die Übereinkunft von Therapeut und Klient, ein Stück gemeinsamer Arbeit zu leisten. Und Zusammenarbeit macht ohne beidseitiges Einverständnis überhaupt keinen Sinn. Deshalb benötigt der Therapeut in jedem Fall das Einverständnis und die Kooperation des Patienten.

Erzähle ich in Hypnose Geheimnisse, die ich lieber für mich behalten würde?
Niemand erzählt in einem hypnotischen Zustand Dinge, die er wirklich für sich behalten möchte oder sollte. Sie können in Hypnose sogar lügen – bewusst oder unbewusst! Allerdings ist es das Ziel der Hypnose, den übermäßig kritischen Verstand zu umgehen und Zugang zu unbewussten Dingen zu bekommen und innere Lösungsprozesse zu fördern. Das bedeutet natürlich auch, dass Sie vielleicht weniger kritisch dem gegenüber sind, was Sie dem Menschen, der Sie durch die Hypnose leitet, mitteilen. Das ist letzten Endes ein Zeichen und eine Frage von Vertrauen. Ohne Vertrauen und ein harmonisches Zusammenwirken (Rapport) ist keine wirkungsvolle hypnotherapeutische Arbeit möglich. Warum sollten Sie sich von jemandem in eine Trance begleiten lassen, dem Sie nicht vertrauen?

„Werden bei Bühnen- und Showhypnosen nicht aber doch Menschen manipuliert?“
Ja, aber mit deren Einverständnis. Es gibt viele Gründe dafür; warum manche Menschen sich einem solchen Theater aussetzen: „Sich nicht blamieren wollen“, „einmal im Mittelpunkt stehen wollen“ und manche andere. Mit therapeutischer Arbeit hat das nichts zu tun.
Im übrigen sind fast alle Phänomene, die auf der Bühne oder sonst gerne als trancebedingt vorgeführt werden, auch ohne Hypnose genauso gut möglich: Beim Feuerlaufen, über Glasscherben laufen, zwischen zwei Stühlen liegen; das ist wissenschaftlich bewiesen.

Werde ich mit Hypnose willenlos gemacht?
Sicher nicht. Diese Vorstellung von Hypnose ist zwar eine der bekanntesten, dennoch entbehrt sie jeglicher Grundlage. Niemand wird gegen seinen Willen oder seine eigenen Wertvorstellungen durch Hypnose zu irgendetwas gezwungen werden können. Hypnose ist vielmehr wie eine Anzahl von Einladungen zu verstehen, die jeder nach freier Entscheidung annehmen oder ablehnen kann. Straftaten jeder Art, die angeblich „unter Hypnose“ begangen werden, bieten eine gute Grundlage für einen spannenden Psychothriller, entsprechen aber in keiner Weise der Wirklichkeit.
Hier finden Sie einen sehr guten Beitrag über das Thema Verbrechen in Hypnose.

Verschiede Hypnose Verfahren.

Klassische Hypnose
Im Klassischen oder auch als „zudeckendes“ Verfahren bezeichnet, werden durch Besprechen alte hindernde Muster durch neue positive Muster überdeckt. Man beginnt mit der Induktion (den Klienten in Trance bringen), weiter mit der Intervention (Positives Suggestionen) und endet mit der De-Hypnose (aus der Trance zurückholen).

Ericksonsche Hypnosetherapie
Ericksonsche Hypnose ist wesentlich subtiler als das klassische Verfahren. Die Induktion wird oftmals in ein ganz normales Gespräch eingebaut. Erickson geht davon aus, dass jeder Mensch alle geistigen Ressourcen zur Verfügung hat. Mit Hilfe von permissiven und indirekten Suggestionen (Metaphern) sollen Ressourcen geweckt werden.

Aufdeckende Verfahren, Hypnotherapie
Auch „tiefenpsychologische Hypnose“ genannt. Hier geht es darum, die Ursache eines Problems zu finden und es zu bearbeiten. Im Unterschied zu den oben genannten Verfahren, welche nur versuchen, ein Verhalten zu verändern oder ein Symptom zu beseitigen. Die aufdeckenden Verfahren sollen zu nachhaltigeren Erfolgen führen als der rein verhaltenstherapeutische Ansatz.
Bedingung hierfür ist eine aktive Mitarbeit des Klienten.

 

Hier finden Sie weitere Informationen zur Hypnose und Hypnotherapie

 

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