10 Erkenntnisse aus 35 h Meditation in einer Woche

Geschrieben von:

Chris Bailey machte ein faszinierendes Experiment:
35 Stunden Meditieren in einer Woche.

Seine Top 10 Erkenntnisse hat er in diesem Artikel veröffentlicht.
The top 10 things I learned meditating for 35 hours last week
Sein Artikel hat mich sehr angesprochen, hier nun die Übersetzung:

10 Top – Erkenntnisse aus 35 Stunden Meditation in einer Woche

In den letzten sieben Tagen habe ich satte 35 Stunden meditiert. Ich bin tief in die Praxis eingetaucht und habe zig Vorteile des Meditierens aus erster Hand beobachtet.

Hier sind die top 10 Erfahrungen aus 35 Stunden Meditation in der letzten Woche:

1. Du bist, was Du tust.

Jede Handlung von Ihnen fällt unter einen der drei Bereiche:
– Handlungen aus der Vergangenheit
– Handlungen, die gerade stattfinden – Gegenwart
– Handlungen in der Zukunft

Eine menschliche Schwäche: Wir verbringen zu viel Zeit entweder in der Vergangenheit oder in der Zukunft, grübeln über dumme oder großartige Dinge, die wir getan haben, oder sind gedanklich in der Zukunft bei Sachen, die wir machen wollen.

Da ist aber eine Sache: Die Vergangenheit ist schon vorbei und die Zukunft ist nur eine Idee, von der wir denken, wie sie sein wird – oft liegen wir dabei falsch.

Das, was wir jetzt gerade und in jedem Moment tun, formt unsere Zukunft und erschafft unsere Vergangenheit.
Die Gegenwart ist die einzige Zeit, die wirklich existiert.

Meditation schult Sie, sich auf den gegenwärtigen Moment zu konzentrieren. Was vielleicht noch wichtiger ist, es lehrt uns, dass wir im Moment immer nur eine Sache tun brauchen (oder können). Multitasking ist eine Illusion.

„Wenn wir in Gedanken über die Vergangenheit verloren sind, verlieren wir die Gegenwart.“

Thich Nhat Hanh

2. Wünschen Sie sich nie, dass die Zeit schneller vergeht. Sie haben eine bestimme Menge davon, mehr werden Sie nicht bekommen.

Beim Meditieren reist mein Geist zu seltsamen Orten. Während der letzten Woche dachte ich viel über die Zeit nach.
Wenn beim Meditieren meine Gedanken ruhig wurden und ich die Meditationsglocke hörte, konnte ich fast spüren, wie die Zeit tickt. Letzte Woche dachte ich viel darüber nach, wie wenig Zeit ich habe.

Es gibt viele Möglichkeiten, um mehr aus seiner Zeit zu machen – viel weniger, um mehr Zeit zu bekommen.

Meditieren für 35 Stunden hat mich gezwungen, Abstand zu nehmen von meinen Tätigkeiten. Es erlaubte meinem Geist herauszufinden, was wirklich wichtig ist in meinem Leben.

Wenn Sie das Gleiche herausfinden wollen, kann ich Meditation nur empfehlen.

3. Meditation macht Sie zu einer mitfühlenderen und geduldigeren Person.

Während ich den ersten Entwurf dieses Artikels schrieb, saß ich neben meiner Freundin und sie fügte am Ende dieses Abschnitts folgendes hinzu: „und zu einem besseren und geduldigeren Partner!“

Letzte Woche spürte ich, wie ich immer liebevoller, mitfühlender und geduldiger wurde.

Ich half bei Sachen, die ich vorher nicht gemacht habe, hab aufgeräumt obwohl ich nicht musste, machte Gefälligkeiten für Fremde, nur weil ich konnte und hörte den Menschen um mich herum viel aufmerksamer zu.

Geduld ist eine Eigenschaft, an der ich hart gearbeitet habe, um sie auszubilden, besonders wenn es um den Umgang mit Menschen geht.

Meditieren für 35 Stunden half mir mitfühlender, rücksichtsvoller, fürsorglicher und geduldiger zu werden.

Forest

 

4. Der Genuss beim Essen verdoppelt sich, wenn Sie um die Hälfte langsamer essen.

Wenn ich etwas Gutes esse, will ich alles sofort aufessen. Jetzt! Schnell! Das geht ein wenig in die falsche Richtung.

Wenn Sie wirklich den Genuss beim Essen erhöhen wollen, werden Sie erkennen, dass sich der Genuss beim Essen verdoppelt, wenn man um die Hälfte langsamer isst.

Während des Experimentes nahm ich mir die Zeit, um achtsam zu essen. (Achtsamkeitsmeditation)

Das Essen war das leckerste, was ich seit Jahren gesessen hatte, nicht nur weil ich mich auf den Geschmack und die Konsistenz konzentrierte, sondern auch weil ich langsamer aß, um das Essen besser zu schmecken und zu genießen.

Wenn Sie mehr Freude an Ihrem Essen wollen, essen Sie langsamer. Besser noch, essen Sie achtsamer.

Es wird Ihnen auch helfen, weniger zu essen.
Sie müssen nicht mehr aufpassen, wie viel Sie essen. Ihr Körper hat viel mehr Zeit, um Ihnen mitzuteilen, dass er satt ist.

5. Je größer etwas ist, desto einfacher schiebt man es hinaus.

Als ich das Experiment startete, wollte ich meine geplante tägliche Meditationszeit am Stück machen. Einmal starten und ich hab es geschafft. Oft erwischte ich mich dabei, wie ich die Meditation hinaus schob, weil es ein so großer Brocken auf einmal war.

Als ich den Zeitblock für Meditation in kleinere Einheiten stückelte, zögerte ich viel weniger und schaffte mehr.

Andere Aktivitäten in kleinere, übersichtlichere Einheiten aufzuteilen hilft, um weniger aufzuschieben.

Wenn Sie studieren, planen Sie besser ein Kapitel am Stück anstatt für fünf.
Der Plan einer Kellerreinigung kann ebenso entmutigend sein (vor allem, wenn es einen oder zwei Tage dauern wird), aber nur für zehn Minuten den Keller aufzuräumen, macht den Start einfacher. Es ist viel kürzer und Sie werden viel leichter anfangen. Wenn Sie begonnen haben, wird es wahrscheinlicher, dass Sie weitermachen wollen. 😉

6. Meditation lässt Sie smarter arbeiten, anstatt nur härter zu arbeiten.

Während des Experimentes wollte ich so viel wie möglich arbeiten, um zu messen, wie Meditation meine Produktivität beeinflusst.

Interessant fand ich, dass Meditation es mir viel einfacher machte, die wirksamsten Tätigkeiten herauszufinden, sowohl in meiner Arbeit, als auch im Privatleben. Das hat mir ermöglicht, smarter, statt nur härter zu arbeiten.

Ich denke, es gibt zwei Wege, um mehr zu schaffen:
Investieren Sie mehr Zeit und Energie, was ein beschissener Weg ist, um mehr zu erreichen oder suchen Sie die wirksamsten Tätigkeiten heraus – so können Sie smarter arbeiten, anstatt nur härter.

Beim Meditieren nehmen Sie Abstand von den Dingen. Sie sehen dann den „ganzen Wald“, anstatt nur einige Bäume; das lässt Sie smarter, statt härter arbeiten.

Meditation und Achtsamkeit in den Alltag zu integrieren, ist einfach.

Achtsamkeit bringt Beruhigung mit sich und gibt einer Aktivität Ihre komplette Aufmerksamkeit. Finden Sie eine Aktivität, die eine Menge Gedanken erfordert und lenken die Aufmerksamkeit darauf, seien Sie achtsam und beruhigen Sie sich. Lenken Sie die Aufmerksamkeit auf die Tätigkeit, Geist und Körper werden auf natürliche Weise funktionieren. Bumm! Das ist Üben der Achtsamkeit.

7. Meditation löscht den RAM im Gehirn

Der RAM-Speicher im Computer ist wie unser Kurzzeitgedächtnis. Während der Meditation legt man den Fokus auf eine Sache, das macht den Kopf frei von Gedanken. Sie trainieren nicht nur Ihren Aufmerksamkeits-Muskel, sondern reinigen auch Ihren Kurzzeitspeicher.

Das allein ist schon Grund genug, um zu meditieren. Bereinigen des RAM’s im Gehirn reduziert den Stress und erlaubt es Ihnen, sich über den Tag besser zu konzentrieren.

8. Meditation lässt Sie viel besser Billard spielen.

Das gilt eigentlich auch für jeden anderen Sport. Billard ist ein Spiel (Sport?), bei dem es unglaubliche Konzentration, Geduld und Achtsamkeit braucht. Die meisten Tage spiele ich alleine Billard und grüble über Ideen und Pläne, was ich in meinem „Jahr der Produktivität“ ausprobieren kann.

Während dieses Experimentes hatte ich mehr Ideen als je zuvor – das hat mich überrascht.

Viele Menschen denken, dass Sport zu 90% mental und 10% physisch abläuft. Ich bin sehr zuversichtlich, wenn Sie aktiv Sport treiben, wird Ihnen Meditieren helfen, um besser zu werden.

Es ist keine Überraschung, dass Sportler wie Kobe Bryant, LeBron James, Tiger Woods, Michael Jordan, Derek Jeter und viele andere meditieren. Sie nennen es dann vermutlich eher Mentaltraining. 1

9. Jede Sache, bei der Sie wenig denken müssen, können Sie achtsam tun. (Achtsamkeitsmeditation)

Während des Experimentierens mit verschiedenen Aktivitäten, um Achtsamkeit zu trainieren, war es bei einigen Aktivitäten einfacher, den Fokus zu halten, als bei anderen. Was ich heraus fand: Je weniger man bei einer Sache denken muss, desto einfacher ist es, aufmerksam bei der Sache zu sein.

Wenn Sie Tätigkeiten suchen, um Ihre Aufmerksamkeit zu trainieren, starten Sie mit solchen, bei denen Sie nicht viel denken müssen – wie Putzen oder Abwaschen.

10. Wenn Sie nicht meditieren wollen, versuchen Sie, Achtsamkeit in Ihren Alltag zu integrieren.Meditation

In den letzten sieben Tagen experimentierte ich mit unzähligen Möglichkeiten, um Meditation und Achtsamkeit ins tägliche Leben zu integrieren.

Ich denke, viele Leute finden Meditieren im Sitzen abschreckend. Von Außen scheint es kompliziert und ungewohnt zu sein (was es aber nicht ist).
Hier finden Sie eine leichte Anleitung: Meditation lernen – 10 einfache Tipps

Ist Meditieren im Sitzen nichts für Sie? Suchen Sie aktiv nach Möglichkeiten, um Achtsamkeit in Ihren Alltag zu integrieren, das wird Ihnen die meisten Vorteile bringen.
Letzte Woche habe ich achtsam rasiert, geduscht, genascht, Tee getrunken, bin achtsam gegangen – und vieles mehr.
Weitere Möglichkeiten sind: Yoga, Massagen und sogar Rasen mähen.

Nach Wegen zu suchen, um Achtsamkeit in den Alltag zu integrieren, wird Ihnen erlauben, die ganzen Vorteile des Meditierens zu erfahren. Wenn Sie bereits meditieren, wird Ihr Nutzen nur noch größer.

 

Eine Menge Leute blicken auf ihre Arbeit, als ob es immer nur um „schneller und schneller“ geht. Sie wollen mehr in weniger Zeit schaffen. Sie wollen so schnell wie möglich von Punkt A nach Punkt B.

Produktivität für sich alleine ist bedeutungslos, wenn es nicht darum geht, sein Leben besser und sinnvoller zu gestalten. Dass Rumsitzen und fast nichts tun einen produktiver macht, mag seltsam klingen, aber ich persönlich kenne keine Aktivität, die einem mehr Perspektive und Bedeutung bringt als die Meditation.

Meditation ist langsam, ruhig und gewollt. Es gibt Ihnen mehr Sinn bei dem, was Sie tun, hilft Ihnen zu entdecken, wer Sie sind.

Meiner Meinung nach ist Meditation eines der besten Geschenke, die Sie sich selber machen können.
Wenn Sie noch nicht meditieren, fangen Sie jetzt an.
Hier finden Sie eine leichte Anleitung: Meditation lernen – 10 einfache Tipps

 

Quellen:
http://www.huffingtonpost.com/2013/05/30/athletes-who-meditate-kobe-bryant_n_3347089.html
http://www.bloomberg.com/apps/news?pid=newsarchive&sid=aR2aP.X_Bflw
Creative Commons Lizenzvertrag  Meditation von Moyan Brenn ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung 2.0 International Lizenz. Beruht auf dem Werk unter http://www.flickr.com/photos/aigle_dore/7912377858/.
Creative Commons Lizenzvertrag Forest von Moyan Brenn ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung 2.0 International Lizenz. Beruht auf dem Werk unter http://www.flickr.com/photos/aigle_dore/5534221505/.
Creative Commons LizenzvertragMeditation von Jeff Kubina ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 2.0 International Lizenz.

0